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terça-feira, 19 de maio de 2009

Willisauer Bote

LOKALNACHRICHTEN

WILLISAU

Wussten Sie schon...
...dass in weiter Ferne, im Süden Brasiliens, noch viele Wermelinger leben? Es sind einige hundert in den Buchten von Rio de Janeiro, in Niterói und speziell in der Landschaft in den Bergen oberhalb von Rio im Estado do Rio de Janeiro. Dazu schreibt Otto Wermelinger-Ambühl, Luzern, folgende interessante Einzelheiten:

Der erste Xavier Wermelinger soll mit anderen Schweizer Familien und speziell auch mit Freiburger Familien vor dem Jahre 1820 nach Südamerika ausgewandert sein. Land gab es gratis zur Bewirtschaftung. Die Parzelle wurde durch das Los bestimmt. Der Anfang muss ausserordentlich schwer gewesen sein. Weitere Siedler folgten nach, aber nicht alle überlebten die lange, beschwerliche Seereise. Die Freiburger gründeten später die Stadt Neu-Freiburg, die Wermelinger die kleinere Stadt Duas Barras im Staate Rio de Janeiro.

Gewiss ist das Wissen um die Existenz von Schweizer Kolonien in Übersee und sonstwo in der ganzen Welt gar nicht neu. Aber neu war die Nachricht für viele, dass es in Brasilien so viele Wermelinger-Familien gibt.

Im Jahre 1961 erhielt ich einen Brief aus Niterói von einem jungen Mann, der auch den Namen Wermelinger trug. Er interessierte sich für die Herkunft und Abstammung seiner Vorfahren in der Schweiz. Meine Adresse erhielt dieser Mann vom Konsul in Rio de Janeiro, der vermutete, dass ich mit ihm verwandt sein könnte. Nun, dieser Beweis liess sich schwer erbringen, jedoch spätere Vergleiche von alten Fotos und Porträts liessen diese Vermutung bekräftigen.

Die ersten Wermelinger mussten also aus dem Luzerner Hinterland stammen. Es bahnte sich dann ein gegenseitiger Briefwechsel an, der in Rio de Janeiro vom Portugiesischen ins Deutsche oder umgekehrt übersetzt werden musste.

Im Jahre 1967 entschloss ich mich, dem Briefschreiber und seiner Familie einen Besuch abzustatten. Der Empfang im Flughafen Galeão bei Rio war spontan und herzlich. Neu gewonnene Freunde und vielleicht auch Verwandte zeigten mir die nähere und weitere Umgebung.

Es muss dazu bemerkt werden, dass Gastfreundschaft in diesen Landen gross geschrieben wird. Der Zufall wollte es, dass ich in Duas Barras ein grosses Erinnerungsfest mitfeiern durfte. Eine Niteroier Zeitung brachte einen Artikel mit grossen Schlagzeilen: „150 Jahre Familie Wermelinger".

Unter anderem wurde darauf hingewiesen, dass ich der erste Wermelinger sei, der diese Familien aus der ehemaligen alten Heimat besuche, und es liess an Huldigungen nicht fehlen.

Von zwei Brasilienreisen brachte ich reichliches Filmmaterial nach Hause, das ich mit Kommentar und passender Musik vertonte.

Der Film wird gezeigt: Sonntag, 16. November, 14:30 Uhr, im grossen Saal des Hotels Mohren in Willisau.

Es sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, dass dieser Film nicht Wermelinger-betont ist und daher für jedermann interessant und sehr sehenswert ist.

Also: Herzlich willkommen im Hotel Mohren — der Eintritt ist frei!

Recorte do Willisauer Bote, Lokalnachrichten Willisau

(Quelle: Walter Wermelinger)

Lieber Freund Walter in Uebersee.

Otto Wermelinger
St. Karlistr. 68
Luzern (Schweiz)

Luzern, den 9. Juni 1963

Lieber Freund Walter in Übersee,

Endlich will ich einmal Deine wertvolle Post beantworten, die mich jedesmal mit grossem Stolz erfüllt. Also vielen Dank für das hochinteressante Paket und den in einem Abstande erfolgten Brief. Die Verpackung am Paket sah sehr mitgenommen aus, die Schnur offen, das Papier zerrissen, aber es kam doch alles an, worüber wir uns riesig freuten. Die Kalender und das Buch über Land und Volk Brasiliens hatten uns alle riesig interessiert. Wohl ist die Qualität des Druckes und der Ausrüstung nicht mit der in der Schweiz ebenbürtig, aber wenn wir in so grossen Auflagen drucken müssten, würde dieselbe bestimmt nicht besser. Im Gegenteil: die heutige gehetzte Arbeitsweise in den Fabriken und Betrieben droht der guten alten berühmten Schweizerqualität arg zuzusetzen. Das Brot muss verhältnismässig sehr sauer verdient werden, denn der Konkurrenzkampf ist in der Schweiz und in ganz Europa sehr gross. Zudem kommt dazu das Japan. Aber eben Japan, wo der Lohn so klein ist und der Arbeiter so genügsam, das kann billig verkaufen. Zum Beispiel habe ich optische und Fotoartikel gesehen, die der in Schweiz fabrizierten fast in nichts in der Qualität nachstehen.

Nebst meinen Geschwistern kenne ich in Luzern sozusagen gar niemand, der mit mir auch weitstehend verwandt wäre. Und die, die ich von meinem Vater her gekannt habe, die in Willisau, Hergiswil gelebt haben, leben fast keine mehr. Aber immerhin: die Foto von Deinem Ur-Urgrossvater ist ein kleiner Hoffnungsstrahl. Aber es braucht sehr viel Zeit, und bis zu jenen Wermelinger-Orten sind ein bis zwei Stunden zu fahren. Immerhin will ich versuchen, in den Ferien eine Kontaktaufnahme zu machen; vielleicht kann der Gemeindepräsident oder der Pfarrer mir einen Hinweis geben, auf welche Bauernliegenschaft ich mich hinwenden könnte. Aber wie gesagt: nur ein grosser Zufall, wenn ich eine Spur finden könnte. Ich stelle mir vor, es müsste doch ein Gemälde von Hand gemalt sich finden lassen. Oder ist dieses Gemälde in Eurem Besitze, und habt Ihr diese Photo von diesem Bilde machen lassen?

Über die politische Struktur unseres Landes gibt die beiliegende Broschüre sehr einfach und leichtfasslich Auskunft. Vielleicht ist Dein Freund Harald so nett und tut es in kurzen Zügen übersetzen.

Mitte Juni gehe ich mit meiner Familie nach Italien; es ist dann für mich und meine Frau das erste Mal, dass wir das Meer sehen und erleben. Wir freuen uns riesig darauf.

Im Weitern kommt mir nichts Neues in den Sinn, und ich will meine Zeilen schliessen in der Absicht, die interessante Korrespondenz weiter zu pflegen.

Es grüssen von ganzem Herzen aus weiter Ferne, aber dennoch aufrichtig — lasse auch den Übersetzer von Herzen grüssen.

OTTO WERMELINGER, MEINE FRAU M., WALTER

(Quelle: Walter Wermelinger)

Luzerna, 9 de junho de 1963

Querido amigo Walter de além-mar,

Enfim, desejo responder à tua preciosa carta, que sempre me enche de muito orgulho. Portanto, muito obrigado pelo pacote muito interessante, e também pela carta que se seguiu logo.

A embalagem do pacote tinha um aspecto nada agradável: o barbante estava aberto e o papel, rasgado. Mas o conteúdo estava completo, com o que nos alegramos imensamente. Os calendários, e também o livro sobre a terra e o povo do Brasil, interessaram-nos muito. Cabe dizer que a qualidade da impressão e do acabamento não pode ser comparada com a dos produtos da Suíça. Mas, se tivéssemos de fazer impressões em quantidade como vocês precisam fazer, certamente os nossos também não seriam melhores. Ao contrário, a maneira de trabalhar estressada de hoje nas fábricas ameaça baixar a boa qualidade dos produtos suíços. O pão de cada dia precisa ser conquistado com muito suor, pois a luta pela concorrência é muito forte aqui e em toda a Europa. Soma-se a isto o fato de que os produtos japoneses são muito mais baratos e vêm como enxurrada sobre nós. Não se pode vislumbrar a consequência disto. Mas, exatamente no Japão, onde o salário é tão baixo e o operário tão bom, pode-se vender barato. Por exemplo, vi artigos óticos e fotográficos que não ficam atrás dos produzidos aqui na Suíça.

Além dos meus irmãos, praticamente não conheço ninguém, em Lucerna, que fosse aparentado comigo, mesmo de longe. E, dentre os conhecidos por parte dos pais em Willisau e Hergiswil, quase ninguém mais está vivo. Mas, mesmo assim, a foto do teu tataravô é um pequeno sinal de esperança. Precisa-se, porém, de cerca de duas horas para chegar aos lugares onde residem os Wermelinger. Quero tentar, nas férias, fazer um contato; talvez o presidente da comunidade ou o pastor possam me ajudar a saber para onde devo ir. Mas acho que seria uma grande coincidência se eu conseguisse encontrar uma pista. Sempre imagino que deva ser possível encontrar uma pintura feita à mão. Ou vocês a possuem? E fizeram a foto a partir da pintura?

Sobre a situação política do nosso país, o livrinho em anexo pode dar informações. Talvez o teu amigo Harald seja tão gentil e o traduza.

Em meados de junho, vou para a Itália com minha família. Será a primeira vez que eu e minha esposa veremos o mar. Estamos muito alegres com isto.

De nada mais nos lembramos, e queremos encerrar na esperança de podermos continuar com esta interessante correspondência.

Muitas lembranças cordiais e sinceras, também ao tradutor.

(Fonte: Walter Wermelinger)

domingo, 26 de abril de 2009

Vorwort

Vorwort
(des Verfassers)

Diese vorliegende Mappe wurde geschaffen als
Dokumentation
für den am 16. November 1969 (14.30) im grossen
Saale des Hotel Mohren in Willisau (Kt. Luzern)
mit grossem schlagenden Erfolg abgehaltenen
Wermelinger-Tag.

Er stand unter dem Motto:

Die Brasilien-Wermelinger
grüssen
die Schweizer Wermelinger
grüssen
die Brasilien-Wermelinger

Dieser Anlass wurde bereichert mit einem Filmvortrag
von Walter Wermelinger in Luzern und Kloten.

Er zeigte die schöne Landschaft in der Bucht von Rio
und die romantischen Gegenden im Hinterlande des
Estado de Rio de Janeiro, wo Wermelinger und andere
Schweizer wirken und schaffen und ihre Fazendas bebauen.

Dieser grosse Tag kam zustande durch die tatkräftige
Unterstützung jeder Art von:

Frau Wermelinger-Wermelinger, Grundmühle
in Willisau, und ihrer Tochter Marta,
sowie von Frau Marta Lehner-Albisser
in Horw bei Luzern, geb. Wermelinger.

Es danken und grüssen in dieser Form die Organisatoren:

Otto Wermelinger M. Sohn, Walter
Luzern (Schweiz), im Dezember 1969.

sexta-feira, 6 de março de 2009

Wussten sie schon...

Dass in weiter Ferne, im Süden Brasiliens, noch viele Wermelinger leben? Es sind einige hundert in den Buchten von Rio de Janeiro, in Niterói und speziell in der Landschaft in den Bergen ob Rio im Estado do Rio de Janeiro.

Der erste Xaver Wermelinger soll mit anderen Schweizerfamilien und speziell auch mit Freiburgerfamilien vor dem Jahre 1820 nach Südamerika ausgewandert sein. Der Staat Brasilien teilte diesen Einwanderern Land gratis zur Bewirtschaftung zu. Die Parzelle wurde durch das Los bestimmt. Der Anfang muss ausserordentlich schwer gewesen sein. Weitere Siedler folgten nach, aber nicht alle überlebten die lange, beschwerliche Seereise.

Die Freiburger gründeten später die Stadt Neu-Freiburg; die Wermelinger die kleinere Stadt Duas Barras im Staate Rio de Janeiro. Gewiss ist das Wissen um die Existenz von Schweizerkolonien in Übersee und sonstwo in der ganzen Welt gar nicht neu. Aber neu war die Nachricht für viele, dass es in Brasilien so viele Wermelinger-Familien gibt.

Der Zufall wollte es, dass mein Sohn in Duas Barras ein grosses Erinnerungsfest mitfeiern durfte. Eine Niteroier Zeitung brachte einen Artikel mit grossen Schlagzeilen: "150 Jahre Familien Wermelinger". Unter anderem wurde darauf hingewiesen, dass mein Sohn Walter der erste sei, der diese Familien besuche, und sie liessen es an Huldigungen nicht fehlen.

Als Mann vom Fach brachte mein Sohn Walter von zwei Brasilienreisen reichliches und interessantes Filmmaterial nach Hause, das er dann mit Kommentar und passender Musik vertonte.

Der Film ist zu sehen:
Sonntag, den 16. November
nachmittags 14.30 Uhr
im grossen Saale des Hotel Mohren in Willisau,
der Metropole des Luzerner Hinterlandes.

Es wird kein Eintrittsgeld erhoben, aber der Gastwirt erwartet eine Konsumation.

Und das kam so. Im Jahre 1961 erhielt ich einen Brief aus Niterói von einem jungen Manne, der auch den Namen Wermelinger trug. Er interessierte sich über Herkunft und Abstammung seiner Vorfahren in der Schweiz. Meine Adresse erhielt dieser Mann vom Konsul in Rio de Janeiro, der vermutete, dass ich mit ihm verwandt sein könnte. Nun, dieser Beweis liess sich schwer erbringen, jedoch spätere Vergleiche von alten Fotos und Porträts liessen diese Vermutung bekräftigen. Die ersten Wermelinger mussten also aus dem Luzerner Hinterland stammen. Es bahnte sich dann ein gegenseitiger interessanter Briefwechsel an, der in Rio vom Portugiesischen ins Deutsche oder umgekehrt übersetzt werden musste. Im Jahre 1967 entschloss sich mein Sohn Walter, dem Briefschreiber und seiner Familie in Niterói einen Besuch abzustatten. Sein Empfang im Flughafen von Galeão bei Rio war spontan und herzlich.

Neu gewonnene Freunde und vielleicht auch Verwandte zeigten ihm die nähere und weitere Umgebung. Es muss dazu bemerkt werden, dass Gastfreundschaft in diesen Landen gross geschrieben wird.

Der Film wird von meinem Sohne vorgeführt aus Dankbarkeit an die Brasilien-Wermelinger und Freunde, für die ihm so grosszügig erwiesene Gastfreundschaft: mit dem Auftrag, die aufrichtigen Grüsse zu überbringen von den Brasilien-Wermelinger an alle Luzerner Wermelinger.

Er heisst alle willkommen in Willisau;

Familie Otto Wermelinger-Ambühl
6000 Luzern, St. Karlistr. 68

Und speziell der Filmproduzent Walter Wermelinger.

N.B. Wir bitten Sie höflich, die beiliegende Postkarte für Ihre Anmeldung zu benützen. Tragen Sie die Anzahl der teilnehmenden Personen ein und senden Sie sie bis anfangs November an obige Adresse. Bringen Sie Freunde und Bekannte mit.